2.1. mit Postleitgebietszahl 17a


Ab dem Jahr 1938 sah sich die Deutsche Reichspost aus Gründen, die Politik und Krieg ihr aufbürdeten, vor schwierige organisatorische Probleme gestellt. Ihr Verwaltungsgebiet vergrößerte sich durch Eingliederungen bisher ausländischer Gebiete; auf der anderen Seite wurden mit zunehmender Kriegsdauer immer mehr Fachkräfte abgezogen; sie mussten durch Hilfskräfte ersetzt werden, die zum Teil aus den besetzten Gebieten stammten und vielfach nur geringe deutsche Sprachkenntnisse besaßen. In postalischen Dingen waren sie kaum geschult. Die Postverwaltung musste nach Möglichkeiten suchen, ihren Betrieb trotzdem funktionsfähig zu halten. Als erste Postverwaltung der Welt kam sie auf die Idee, das Reichsgebiet in nummerierte Bereiche einzuteilen, den sogenannten Postleitgebieten, die sich weitgehend an den Bereichen der bestehenden Oberpostdirektionen orientierten. Die Postleitzahl, wie man die neu geschaffene Zahl nannte, wurde sowohl in der Adresse als auch im Absender vor die Ortsangabe gesetzt und erlaubte so auf den ersten Blick eine leichte Zuordnung in den Verteilerstellen, auch für Hilfskräfte ohne große geographischen Kenntnisse. Der Sammler nennt diese Zahl zur Unterscheidung von den späteren vier- und fünfstelligen Leitzahlen heute "Postleitgebietszahlen" (PLGZ).

Im Amtsblatt 407 vom 25. Juli 1941 wurde die Einführung der PLGZ bekanntgegeben, zunächst nur für Päckchen. Am 19. Oktober 1943 wurde diese Regelung auf den Briefverteildienst ausgedehnt. Die Maßnahme brauchte eine längere Anlaufzeit; die Postbenutzer wurden in Werbekampagnen zum Mitmachen aufgefordert. St. Georgen erhielt wie der ganze damalige Gau Baden die PLGZ 17a. Die später gebräuchliche PLGZ 17b war zunächst für das Elsaß reserviert. Aber erst am 6. Juni 1944 (Verfügung 175) wurde angeordnet, die PLGZ auch in die Aufgabestempel aufzunehmen. Durch die großen Materialschwierigkeiten in den letzten Kriegsmonaten und in der Nachkriegszeit war aber von vornherein nicht daran zu denken, generell noch brauchbare durch neue Stempel zu ersetzen. Man verwendete die bisherigen Stempel weiter. Teilweise wurden vorhandene aptiert, d.h. die PLGZ nachträglich eingefügt. Man erkennt das sehr leicht am asymmetrischen Stempelbild. Es ist wenig wahrscheinlich, dass es in St. Georgen einen amtlichen Stempel mit 17a gab - weder neu noch aptiert - zumindest ist mir bisher keiner begegnet. dass diese Zahl aber verwendet wurde, geht aus Briefumschlägen hervor, bei denen in der Adresse und im Absender der neuen Vorschrift entsprochen wurde.