3.3. mit Postleitzahl 78112


Im Laufe der Jahre war die Verteilung der Briefsendungen immer weiter automatisiert worden. Die Postleitzahlen konnten in codierter Form auf den Umschlägen angebracht werden und dienten damit der maschinellen Sortierung. Nachdem es auch gelungen war, die Masse der maschinell oder manuell vom Absender angebrachten Zahlen mit Hilfe von Automaten zu lesen, verlangte diese Methode geradezu nach einer Verfeinerung der Leitzahlen. Damit war man in der Lage, die bisher noch aufwendige manuelle Feinverteilung bis hinunter zu den einzelnen Zustellbezirken und Postfächern den maschinellen Postlern zu übertragen. Großkunden erhielten sogar ihre eigene PLZ. Die dabei möglichen hohen Geschwindigkeiten erlaubten es, diese Aufgaben bundesweit in nur 83 Briefzentren zu konzentrieren und die bisher arbeits- und damit kostenintensive Handarbeit weitgehend zu verdrängen.

Bei der Bundespost liefen dazu jahrelang Versuche. 1989 trat zusätzlich ein politisches Ereignis ein, das die Notwendigkeit dieser Maßnahme weiter verstärkte, nämlich die Wiedervereinigung. Weil auch in der früheren DDR eigene Postleitzahlen galten, kam es zu Dopplungen und damit zur Gefahr von Verwechslungen. Man behalf sich, indem man vorübergehend die Buchstaben O (für Verkehrsgebiet Ost) und W (für West) vor die Leitzahlen setzte. Aber das war wirklich nur ein Behelf.

Am 1. Juli 1993 war es dann soweit. Es gab einheitlich in der jetzt größeren Bundesrepublik neue Postleitzahlen mit fünf Ziffern. St. Georgen erhielt für alle Hausadressen die Zahl 78112. Die Aktion war so geplant, dass am Tag der Einführung alle Poststellen mit den benötigten neuen Stempeln ausgerüstet waren; und so erhielt das Postamt 1 an diesem Tag gleich elf neue, bis auf den Unterscheidungsbuchstaben identisch aussehende Stempel. Im Aussehen unterscheiden sie sich gegenüber den bisherigen nur durch die neue PLZ, also alle sind wieder Einkreisstempel mit Stegsegment und dem Ub im Segment oben.

Stempel 3.3.1.01
Stempel 3.3.1.02
Stempel 3.3.1.03
Stempel 3.3.1.04
Ub a
01.07.1993 - 15.07.2002
Ub b
01.07.1993 - 04.03.2003
Ub c
01.07.1993 - 02.04.2001
Ub d
01.07.1993 - 30.07.2001

Stempel 3.3.1.05
Stempel 3.3.1.06
Stempel 3.3.1.07
Stempel 3.3.1.08
Ub e
01.07.1993 - 28.02.1997
Ub f
01.07.1993 - 09.05.1996
Ub g
01.07.1993 - 29.02.1996
Ub h
01.07.1993 - 19.02.2002

Stempel 3.3.1.09
Stempel 3.3.1.10
Stempel 3.3.1.11
Ub i
01.07.1993 - 10.05.1996
Ub j
01.07.1993 - 10.06.2000
Ub mb
01.07.1993 - 10.06.2000

Natürlich gab es auch für das Postamt 2 neue Stempel wieder mit den Unterscheidungsbuchstaben "a" und "b", letzterer diesmal als Rollstempel. Dieses Postamt wurde am 15.01.1994 im Zuge von Sparmaßnahmen wieder geschlossen, so dass beide Stempel auch nur in dieser Zeit vorkommen können. Zur lokalen Versorgung wurde dann auf der Seebauernhöhe eine Agentur eingerichtet (vgl. Kapitel 3.3.6).

Stempel 3.3.2.1
Stempel 3.3.2.2
Ub a
01.07.1993 - 15.01.1994
Ub b
01.07.1993 - 15.01.1994

Die Poststellen II in Langenschiltach (St. Georgen im Schwarzwald 3) und I im früheren Rathaus in Peterzell (St. Georgen im Schwarzwald 4) in der Ortsstraße 12 erhielten auch neue Stempel, jeweils mit dem Ub a, obwohl kein zweiter Stempel feststellbar ist. Die Poststelle II in Langenschiltach wurde am 4.11.1995 aufgelöst und durch eine Agentur ersetzt. Das Gleiche gilt mit Wirkung vom 11.01.1997 für die Poststelle I in Peterzell.


Stempel 3.3.3
Stempel 3.3.4
Ub a
01.07.1993 - 04.11.1995
Ub a
01.07.1993 - 11.01.1997